Wie lassen sich queere Lebenswelten erzählen, ohne die epistemische Gewalt der Abstraktion zu reproduzieren? Dieses Sonderdossier befasst sich mit verschiedenen Spannungsfeldern zwischen der Darstellung – als zwangsläufig reduktiver Prozess der Beschreibung und Repräsentation – und Queerness – als Performance der Selbstdarstellung, die cis-heteronormative Kategorien verwischt und damit disziplinierende Prozesse erzeugt. Ausgehend von diesen Überlegungen nutzen wir zudem die Flexibilität von Queerness, um die Verknüpfungen und Zusammenschlüsse zwischen SOGIESC-Vielfalt und indigenen und/oder rassifizierten Kategorisierungen hervorzuheben. Daher konzentriert sich dieses Sonderdossier auf drei zentrale methodologische Herausforderungen: Ist es möglich – und sogar wünschenswert –, queere Lebenswelten zu übersetzen, um sie verständlich zu machen? Was steht auf dem Spiel, wenn man Erfahrungen und Lebensverläufe sichtbar macht, die gewissermaßen der Banalität der Unsichtbarkeit nachgehen? Und schließlich: Welche Art von Licht wird auf die Wissensproduktion selbst geworfen – durch Reflexivität und die Klärung ethischer Dilemmata?